Dieser Mann ist ein Held: Wattführer Günter "Günni" Kruggel hat am Montagnachmittag eine in Not geratene Frau aus dem Watt in Cuxhaven-Döse gerettet - und damit ein Menschenleben bewahrt. Doch für den 66-Jährigen keine große Sache, wie er sagt.
Es ist Montag gegen 16.30, als Günter Kruggel den Müll rausbringt - ein Glücksfall für die 81-jährige Urlauberin aus Espelkamp in Nordrhein-Westfalen. Er ist Wattführer und betreibt zusammen mit seiner Frau Frauke nun schon seit 26 Jahren das "Blaue Klassenzimmer" in unmittelbarer Nähe zum Strandhaus Döse.
Die Frau war gut 50 Meter vom Strand entfernt in einem Schlickfeld stecken geblieben, konnte sich aus ihrer Lage nicht mehr befreien und schrie lautstark um Hilfe. "Gut 20 bis 30 Leute standen am Strand und haben nur geschaut", erinnert sich der 66-jährige Ersthelfer. Aber den Notruf hätten sie immerhin schon gewählt. "Die Leute würden eher in ein brennendes Haus gehen als ins Watt", sagt er drei Tage nach dem Einsatz.
Bis zu den Waden im Schlick
Aber Günter Kruggel zögerte nicht lange. Er ging zurück ins Haus, zog sich seine Gummistiefel an und schnappte sich eine Forke. "Ein Seil habe ich in der Eile leider vergessen." Und dann ging der 66-Jährige ins Watt. "Ich konnte die Frau aber aufgrund des Schlicks nicht komplett erreichen", ärgert er sich. Nur bis auf gut fünf Meter sei er an die Frau rangekommen. "Ich stand bis zu den Waden im Schlick", sagt er und zeigt auf den Schlickrand an seinen Gummistiefeln.
Die Frau war nach vorne gefallen und lag bäuchlings auf dem Wattboden. Nur ihren Kopf hätte sie noch hochhalten können. Das Wasser war bereits stark auflaufend. "Immer wieder fragte sie, wann denn das Wasser kommen würde. Ich sagte ihr, dass es noch dauert, um sie zu beruhigen." Zusammen mit der 81-Jährigen wartete er nun auf die Einsatzkräfte. "Sie erzählte mir, dass sie öfter hier sei und im Watt spazieren gehe. In so eine Situation sei sie aber noch nie geraten", erinnert sich der Wattführer an das Gespräch. Auf ihn habe die 81-Jährige besonnen gewirkt und sei zu jeder Zeit bei vollem Bewusstsein gewesen.
Als die Polizeibeamten eintrafen, hätten diese sich laut Günter Kruggel sofort mit einem Seil auf den Weg zu ihm und der Frau ins Watt gemacht. "Ich habe ihr dann das Seil zugeworfen und sie hat es sich um ihre Hände gewickelt", erzählt der 66-Jährige, der erst seit gut einer Woche von einer schweren Corona-Infektion genesen ist. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Wasser bereits die Füße der Frau erreicht.
Kruggel sieht sich nicht als Lebensretter
Gemeinsam gelang es ihm und einer Polizeibeamtin, die Frau ein Stück aus dem Wattboden zu befreien und in Richtung des Strandes zu ziehen. Kräfte der Feuerwehr retteten die 81-Jährige endgültig. Auf einem Rettungsbrett, dem sogenannten "Spineboard", wurde die Frau sicher an Land gebracht. "So eins hat meine Frau jetzt auch bestellt", berichtet der 66-Jährige.
Am Strand wurde die Frau in einem Rettungswagen behandelt, musste aber nicht mehr in ein Krankenhaus gebracht werden. "Glücklichweise war es am Montag nicht ganz so kalt. Ein paar Grad kühler und die Frau wäre sehr schnell unterkühlt gewesen", vermutet der Ersthelfer. Dann wäre die Situation noch dramatischer gewesen, als sie es ohnehin schon war. Doch der 66-Jährige bleibt bescheiden. "Als Lebensretter würde ich mich nicht bezeichnen", wiegelt er ab. Ohne seine Hilfe wäre die Frau allerdings möglicherweise ertrunken, lobte ein Polizeisprecher am Dienstag.
Das richtige Verhalten
Situationen wie diese kämen immer wieder vor, berichtet der Wattführer Günter Kruggel. "Wenn wir mit Gruppen unterwegs sind, passiert es regelmäßig, dass jemand im Schlick stecken bleibt. Das ist selbst mir schon passiert."
Wenn Wattläufer in einem Schlickgebiet mit den Beinen einsinken, ist es - wie der Fall der 81-Jährigen zeigt - sehr schwer, sich alleine wieder zu befreien. Trotzdem möchte der Lebensretter nicht, dass das Wattenmeer immer so negativ dargestellt wird. Oftmals seien die Menschen selbst schuld, weil sie sich nicht richtig verhalten würden. "Man sollte niemals alleine ins Watt gehen und wenn man merkt, dass der Boden weich ist, sollte man sofort umdrehen", warnt der Wattführer.
Und sollte man doch mal im Schlick stecken geblieben sein? "Dann sollte man die Ruhe bewahren und langsam Stück für Stück zurücklaufen. Am besten läuft man dann wie ein Storch und zieht die Beine bei jedem Schritt an."
Quelle: Cuxhavener Nachrichten, 03.03.2023, Autor: Florian Zinn
Vielen Dank für die Genehmigung zur Veröffentlichung an dieser Stelle!
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Quelle: openweathermap.org